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Verlagssuche

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Wie finde ich einen Verlag?

Einen Publikumsverlag als No-name-Autor? Eher gar nicht, wenn ihr es auf eigene Faust versucht. Wenn das Ziel von Anfang an ein Publikumsverlag ist, dann lieber gleich einen Agenten gesucht. Bei großen Verlagen bleibt einem sonst nichts anderes übrig, als das Manuskript unaufgefordert an die auf der jeweiligen Verlagswebseite beschriebene Stelle zu schicken. Und ob es dann am Praktikanten vorbei zu den Entscheidern kommt, ist fraglich. Ich kenne viele Autorinnen, aber keine, bei der es so funktioniert hat.

Bei kleineren Verlagen würde ich das Manuskript auch nicht einfach so hinschicken, sondern lieber erst mal das Gespräch oder den persönlichen Mailkontakt mit einem Verlagsmitarbeiter suchen. Mit einem geschickten Gespräch wird dann aus einem unaufgefordert eingesandten Manuskript schnell ein von der Lektorin erwartetes Manuskript.

In jedem Fall: Geduld haben, denn: Die Verlagsmühlen mahlen extrem langsam, egal, ob man sich bei einem Verlag direkt oder bei einer Agentur bewirbt. Auf keinen Fall würde ich da schnell nachhaken bzw. ich würde mir gut überlegen, ob ich überhaupt nachhake, denn ich denke: Wenn ein Verlag Interesse an eurem Manuskript hat, wird er sich melden, so oder so. Aber ein Autor, der ständig per E-Mail oder Telefon nachhakt, nervt einfach nur und wird vielleicht als schwierig eingestuft und sein Manuskript schon allein deshalb ausgesondert.

Wenn ein Verlag mir einen Vertrag anbietet, habe ich da als Anfänger überhaupt Verhandlungsspielraum?

Natürlich. Bevor ich meinen ersten Verlagsvertrag unterschrieben habe, habe ich ihn Wort für Wort mit dem Normvertrag abgeglichen und dann Änderungen vorgenommen, die ich für richtig und wichtig hielt. Der Verlag wird zwar nicht mit allem einverstanden sein, aber dafür gibt es ja Vertragsverhandlungen, bei denen man strittige Punkte diskutieren kann. Wenn einem das nicht liegt, sollte man darüber nachdenken, eine Literaturagentur einzuschalten, die das für einen erledigt.

Ein kleiner Verlag ist besser als gar kein Verlag, oder?

Eine Dame, die sich sehr gut in der Verlagsbranche auskennt, hat mir mal gesagt: Ein Autor, der sich einmal für den falschen Verlag entschieden habe, sei für die Publikumsverlage untendurch. Dass man von Druckkostenzuschussverlagen die Finger lässt, das sollte sich inzwischen überall herumgesprochen haben, aber warum nicht irgendein kleiner Verlag? Ganz einfach deswegen, weil es viele gibt, die nicht professionell wirken. Nicht selten sieht man Verlage, die mit selbstgezimmerten Websites, Büchern mit scheußlichen Covern und etlichen Rechtschreibfehlern schon auf der Startseite potenzielle Leser verschrecken. Und nicht selten habe ich dann wenig später zufällig mitbekommen, dass ein solcher Verlag wieder in der Versenkung verschwunden ist. Aber dann gibt es noch die kleinen Verlage mit überaus engagierten Mitarbeitern, tollen Illustrationen und einer professionell aussehenden Website, bei denen man das Gefühl hat: Wenn man da im richtigen Moment einsteigt, dann profitieren beide Seiten davon. Die zählen definitiv nicht zu denen, die die Verlagskennern als „falsche Verlage“ bezeichnet hat.

Und dass ein im Self-Publishing erschienenes Buch zwangsläufig Mist ist, ist auch ein Ammenmärchen. Ich sehe in letzter Zeit immer öfter Bücher, die im Eigenverlag erschienen sind und Potenzial haben, weil sich die Autorinnen wirklich mit Sprache auskennen. Und diese Bücher sind dann in der Regel auch sprachlich relativ einwandfrei (was eventuell natürlich auch daran liegen mag, dass ein professioneller Lektor involviert war).

Natürlich können die demotivierenden Standardabsagen von Verlagen der Grund dafür sein, ein Buch selbst zu verlegen. Aber es gibt immer wieder Beispiele dafür, dass gerade die Entscheidung, sich selbst um die Vermarktung des eigenen Buchs zu kümmern, eine große Chance gewesen ist. Wer mit dem Thema liebäugelt, dem seien die Webseite des Selfpublisher-Verbands sowie die Internetseite Self-Publisher-Bibel empfohlen.

Braucht man eine Agentin, ja oder nein?

Es geht sicher auch ohne – gerade im Kinderbuchbereich – das hört man immer wieder. Ich habe es auch erst ohne Agentin versucht, weil ich mir dachte, dass es eine Lektorin-Autorin auf Verlagssuche sicher viel leichter hat. Das war definitiv ein Trugschluss. Ich habe von den Publikumsverlagen – genau wie die meisten anderen auch – entweder gar nichts gehört oder Absagen bekommen. Eine Absage hat mir allerdings Mut gemacht: Das, was ich dem Verlag geschickt hatte, habe nicht ganz ins Programm gepasst, aber man freue sich darüber, künftig weitere Geschichten von mir zu erhalten. Ich sah irgendwann auch ein, dass mein Erstling nichts für Mainstream-Verlage ist, und schaute mich nach engagierten kleinen und mittelgroßen Verlagen um. Als ich das erste Mal mit meinem Verlag in Kontakt trat, war ich so sicher, dass es dort etwas werden würde, dass ich die Suche nach anderen Verlagen einstellte. Künftig möchte ich aber schon lieber mit einer Agentin zusammenarbeiten.

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