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Sandra Schindler als Autorin

» FAQ

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen? Wolltest du auch schon immer Autorin werden?

Nein. Ich wusste nur, dass ich was mit Sprachen machen will. Englisch habe ich schon als Kind geliebt, lange bevor ich überhaupt Englischunterricht hatte. Ich hab mich mit den Englischschulbüchern meiner Eltern hingesetzt und versucht, mir das alles selber beizubringen. Mit Deutsch hatte ich nie viel am Hut – dachte ich. Aber komischerweise merke ich in letzter Zeit immer öfter, dass das so nicht stimmt. Zu Schulzeiten hat mich mein Deutschlehrer animiert, seinen Kurs „Journalistisches Schreiben“ zu belegen. Ich weiß davon gar nichts mehr, außer dass wir mal einen Ausflug zur FAZ gemacht haben. Mit Deutsch konnte ich in der Schule nicht viel anfangen – ich konnte nie vorhersehen, ob ich bei der aktuellen Arbeit mal eine gute Note einheimsen würde – oder eher wieder eine 5 oder 6 wegen kompletter Themaverfehlung.

Richtig mit dem Schreiben begonnen habe ich im Sommer 2015, als ich ein Kinderbuch zu einem bestimmten Thema suchte, aber feststellte, dass es noch keins gab. Also schrieb ich kurzerhand eins und darauf folgte das nächste und noch ein uns noch eins und so weiter. Inzwischen gibt es einige Bücher in meiner virtuellen Schublade – und noch viel mehr Buchideen in meinem Kopf.

Neulich habe ich einen mit Schreibmaschine geschriebenen Text aus meiner Kindheit gefunden. Witzig, dass ich gerade an einem ähnlichen Projekt sitze (wobei das von damals unvollendet blieb – war auch gut so …).

Manchmal passieren wirklich merkwürdige Sachen: Meine Oma z. B. pflegte ständig einen ganz bestimmten Spruch zu sagen. Bei der Recherche für ein geplantes Jugendbuch stellte ich fest, dass mein Protagonist genau diesen Satz schon vor einigen hundert Jahren gesagt hat.

Wie schätzt du deine eigenen Manuskripte ein? Hast du Selbstzweifel?

Klar. Jeder Autor hat Selbstzweifel. Besonders dann, wenn er ein Manuskript verschickt – an wen auch immer – und der andere nicht sofort jubelschreiend Lobeshymnen auf das jeweilige Buch singt. Dann fragt man sich natürlich: Hat der andere das Buch gelesen, fand es schlecht und traut sich nicht, mir das zu sagen – oder hatte er tatsächlich noch keine Zeit, sich das alles anzuschauen?

Grundsätzlich habe ich aber das Gefühl, dass ich mich ganz gut auf mein Gespür verlassen kann: Finde ich eine meiner Geschichten super, teilen die Testleser meine Meinung. Finde ich sie irgendwie ganz okay, aber mir fehlt das gewisse Etwas, dann ist das genau das Feedback, das ich auch erhalte. Und oft sind es gerade die Testleser, die mir durch ihre Anregungen helfen, aus der mittelmäßigen Geschichte doch noch eine gute Geschichte zu machen.

Du hast kleine Kinder, einen Hund, einen Haushalt und arbeitest auch noch als Lektorin. Wann schreibst du eigentlich deine eigenen Bücher?

Ich bin eine extreme Frühaufsteherin. Zwischen 2 und 5 Uhr morgens stehe ich auf und arbeite bis 8 Uhr morgens durch. Das ist die beste Arbeitszeit, denn da wird man noch nicht durch Anrufe oder Mails abgelenkt. Je nach Laune und Arbeitspensum gehe ich mal meiner regulären Lektoratsarbeit nach, mal schreibe ich für mich selbst, mal mache ich erst das eine, dann das andere. Wenn die Kinder dann außer Haus sind, arbeite ich noch mal einige Stunden intensiv. Der Nachmittag und der Abend ist für die Familie da – den opfere ich nur in absoluten Notfällen.

Stehst du hinter den Arbeiten, die du vor etlichen Jahren gemacht hast?

Was meine Übersetzungen angeht, so stehe ich hinter den wenigsten. Bei einem Kind spricht man davon, dass es ab und an Sprünge macht, aber ich glaube, auch Menschen, die mit Texten arbeiten, machen Sprünge. Ich stehe deshalb nicht mehr hinter meinen alten Arbeiten, weil ich heute viel mehr weiß als damals – ich habe ein ganz anderes Textverständnis. Selbst hinter meinen alten Blogartikeln stehe ich nicht zwangsläufig. Hinter dem Inhalt vermutlich schon, aber der Grundtenor wäre heute ein ganz anderer – und ich würde wohl auch ganz anders schreiben.

Wie viel von deinen Geschichten ist autobiographisch?

Eigentlich ist es fast immer so, dass mir etwas passiert oder dass ich etwas beobachte, woraus dann eine Geschichte entsteht. Sagen wir es also mal so: Jede Geschichte hat einen wahren Kern, zumindest die Geschichten, bei denen ich mir das Thema selbst ausgesucht habe. Aber natürlich kommt dann noch die dritte Komponente hinzu: Das, was ich erfinde. Und das Schöne ist, dass niemand weiß, wie viel von diesen drei Komponenten in einer Geschichte steckt.

Nimmst du gerade noch Lektoratsprojekte an?

Vorerst nicht, nein. Auch nicht in Ausnahmefällen. Es gibt drei Kolleginnen, mit denen ich schon länger zusammenarbeite und die ich auch nach wie vor betreuen werde. Das sind meine Ausnahmen. Mehr gehen leider nicht, denn sonst käme ich nicht mehr dazu, meine eigenen Bücher zu schreiben.

 

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