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Berlondon-Mama: Von 7 Eingewöhnungen nur 1 bedürfnisorientiert

Uta von BerlOndon-Mama erzählt von Kindergarteneingewöhnungen in London und Hong Kong

Ich, Sandra, übergebe heute für meine Reihe #kigastartinternational mal ganz fix das Wort an Uta von BerlOndonmama. Und los gehts! 🙂

Sandra hat dazu aufgerufen, einmal davon zu berichten, wie die Kindergarteneingewöhnung in anderen Ländern aussieht, und da mache ich doch gerne mit. Ich habe dazu auch schon auf meinem Blog geschrieben, berichte aber hier gerne einmal in einer Zusammenfassung:

Wir haben nämlich einige „Eingewöhnungen“ hinter uns. Um genau zu sein, sind meine Kinder in sieben (!) verschiedene Kindergärten gegangen. Und wer jetzt glaubt, ich müsste ja mindestens 4 Kinder haben, der irrt. Es sind nämlich nur 2, die wir etwas „umhergezogen“ haben …

Die ersten beiden Kindergarteneingewöhnungen in Hong Kong

Wir haben einmal für 2 Jahre in Hong Kong gelebt. Also mein Mann war 2 Jahre da, meine 2010 geborene Große und ich waren zwischendurch immer mal für ein paar Wochen zu Hause in Berlin und netto vermutlich nur so 18 Monate in Hong Kong.

Für Kinder unter 2 Jahren gab es eigentlich kaum Kindergarten-Einrichtungen – zumindest nicht, wo wir lebten, so dass gar nicht zur Debatte stand, die Große schon so früh in den Kindergarten zu geben. Kurz vor ihrem zweiten Geburtstag hat sie einen Platz in einer „drop-off Playgroup“ bekommen: 2x die Woche für 2,5 Stunden. Diese Playgroup befand sich in einer kleinen Wohnung ohne Garten, war aber sehr liebevoll eingerichtet. Auch die Kindergärtnerin Miss Firoza und ihre Assistentin waren wirklich reizend!

Allerdings hieß es schon am ersten Playgroup-Tag: „Ihr dürft die ersten 5 Minuten mit im Raum bleiben, aber dann geht ihr bitte und kommt nach 90 Minuten die Kinder abholen”.

Die Große hat dort gleichzeitig mit ihrem thailändischen Freund angefangen und während seine Mama sich weniger Sorgen darüber gemacht hat, dass ihr Sohn heulen oder sich nicht wohlfühlen könnte, und sich stattdessen über die freie Zeit gefreut hat, war meine Freude etwas verhaltener und ich hatte es mir zur Sicherheit mit einem Buch bewaffnet im Hausflur gemütlich gemacht. Zum Glück hat es der Großen aber gut gefallen und sie schien mich gar nicht vermisst zu haben.

Ab dem zweiten Tag sollten die Kinder direkt die ganze Zeit alleine da bleiben. So weit hat das auch alles ganz gut geklappt, vor allem, wenn nicht ich, sondern unsere liebe philippinische Haushälterin sie dort abgegeben hat. Bei mir hat meine Tochter doch manchmal beim Verabschieden ein wenig Theater gemacht, war dann beim Abholen aber jeweils superhappy, weil die wirklich schöne Sachen mit den Kindern gemacht haben.

Mama-Bloggerin Uta von BerlOndon-Mama in Londoner Park

Kosmopolitin BerlOndon-Mama Uta

Irgendwann haben wir doch noch einen Platz in dem Montessori-Kindergarten angeboten bekommen, von dem uns so vorgeschwärmt worden war, und anstatt sie aus der anderen Spielgruppe rauszunehmen, haben wir die angebotenen Tage dort zusätzlich genutzt, so dass die Große dann mit 2,5 Jahren an 5 Tagen jeweils 2,5–3 Stunden in den Kindergarten ging. Im Montessori-Kindergarten das gleiche Spiel, was die „Eingewöhnung“ anging: Die Kinder wurden am ersten Tag direkt alleine abgegeben, basta!

Meiner Großen hat die Montessori-Philosophie allerdings nie wirklich gefallen. Ich glaube, ihr fehlten einfach die Puppen und die anderen „echten“ Spielsachen. Sie hat sich irgendwann geweigert, dort hinzugehen, und so haben wir sie wieder abgemeldet, konnten aber zeitgleich auch noch einen weiteren Tag in der anderen Playgroup ergattern, die sie wirklich liebte.

Lange Wochen in Berlin ganz ohne Kindergarten?

Wie erwähnt, waren wir zwischendurch immer wochenlang in Berlin. Und da ich nicht wollte, dass sie die Kindergartenroutine wieder verlernt, habe ich auch dort nach einer flexiblen Kindergartenlösung gesucht. Und bin letzten Endes auch fündig geworden! Es war wirklich nicht besonders einfach, weil natürlich fast alle öffentlichen Kindergärten in Berlin einen Kita-Gutschein sehen wollen. Und die privaten Kindergärten, die ich kontaktiert hatte, wollten niemanden für 5–6 Wochen.

Glücklicherweise war die „Toddler Group“ der Berlin-British-School flexibel genug und nahm uns wochenweise auf. Da konnte ich entweder 3 oder 6 Stunden am Tag buchen und auch entscheiden, wie viele Tage meine Tochter im Ganzen dort hingeht. Und der Kindergarten ist sogar ganz in der Nähe meiner Eltern, wo wir bei Berlinbesuchen immer wohnen. Das hat also alles perfekt gepasst!

Doch auch da dasselbe Bild: Ich durfte mal kurz mit in den Raum schauen, aber dann sollte ich mich schnell verabschieden und gehen. Vermutlich weil die Große das irgendwie schon gewöhnt war und weil sie am Anfang immer alles sehr spannend findet, war das auch in dem Fall kein Problem.

Erleichtert hat das Ganze natürlich auch, dass die Kindergarten-Gruppen damals in Hong Kong auf Englisch waren, so dass meine Tochter in der Berlin-British-School zumindest alles verstanden hat, auch wenn sie in der Zeit noch nicht viel auf Englisch antworten wollte. Die australische Kindergärtnerin in Berlin verstand aber auch gut Deutsch und als wir beim nächsten Elternbesuch die Toddler Group in Anspruch nahmen, war mittlerweile sogar eine Zweisprachigkeit vorgeschrieben und deshalb eine zweite, deutsche Erzieherin dort.

Umzug nach London und wieder ein neuer Kindergarten

Im Sommer 2013 ist meine kleine Tochter in Berlin geboren worden. Und auch da konnte die Große wieder in die Berlin-British-School gehen, was echt toll war. Kurz darauf sind wir dann nach London gezogen und weil die Große erst im Herbst 3 Jahre alt wurde, war sie zu jung, um direkt in den Kindergarten einer öffentlichen Schule gehen können. So mussten wir für ein Dreivierteljahr eine private Nursery finden. Gar nicht so einfach in London, weil die sehr ausgelastet sind. Und dazu auch noch sehr teuer.

Einige Schulkindergärten nehmen sogar unterjährig neue Kinder auf, wenn diese 3 Jahre alt geworden sind. Aber irgendwie habe ich das erst viel später erfahren und mich deshalb auch gar nicht danach erkundigt.

Und, wie ihr euch wohl denken könnt, dasselbe Bild in der privaten Nursery, die wir dann gefunden haben: Eine echte Eingewöhnung gab es nicht. Dieses Mal hat die Große es auch am Anfang nicht ganz so leicht mit der Integration gehabt, weil sich die Kinder der Gruppe überwiegend schon aus „Windeltagen“ kannten und ihr Englisch einfach noch nicht so perfekt war, dass sie leicht mit den Windelkumpels in Kontakt treten konnte.

Das Besondere an dieser privaten Nursery im Gegensatz zu vielen anderen war, dass man die Kinder auch halbtags abgeben konnte. Das ist definitiv eher die Ausnahme und ganze Tage, an denen man die Kinder ca. von 8:00 bis 18:00 Uhr abgeben kann, sind die Regel.

Eingewöhnung Kindergarten London Nursery

Kindergarten in London

Schulkindergarten mit Drei-Dreiviertel

Die meisten Schulen in UK haben eine angeschlossene Nursery. Dort gibt es 5 Mal die Woche in der Regel 3 Stunden dauernde „Sessions“: Eine am Morgen und eine ab Mittag bis zum Schulende der großen Kinder.

Bei den Schulkindergärten – zumindest in unserer Gegend – läuft die Eingewöhnung so, dass die Erzieher vorher das Kind ein Mal zu Hause besuchen. Sich vorstellen, das Kind und die Eltern / einen Elternteil kennenlernen und schon mal überprüfen, wie weit das Kind entwickelt ist.

Wenn es dann Anfang September losgeht mit dem Kindergarten, werden die Kinder meistens nach und nach hinzugenommen: Entweder am selben Tag im Stundentakt gestaffelt oder über mehrere Tage hinweg. Wobei dann darauf geachtet wird, dass die Kinder, die ganz neu im Kindergarten sind, also keine größeren Geschwister haben, als Allererstes anfangen, um sich in Ruhe und in einer kleineren Gruppe eingewöhnen zu können. Natürlich gilt auch hier wieder: Verabschieden und das Kind mit einem freundlichen, aber konsequenten „Schubs“ in die Gruppe schieben …

Hier hat sich die Große aber wieder sehr schnell eingelebt. Ich denke, dass das auch daran lag, dass nun erstmalig alle Kinder jeden Tag da waren und sich ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl gebildet hat. In den privaten Kindergärten gehen die Kinder oft nur an gewissen Tagen hin. Die wenigsten Eltern wollen wohl eine private Nursery an den Tagen bezahlen, wenn die Mutter oder der Vater zu Hause ist.

Uta von BerlOndon-Mama erzählt von Kindergarteneingewöhnungen in London und Hong Kong

Für die kleine Tochter gab es in London den bedürfnisorientierten Weg

Die Eingewöhnung der Kleinen in die private Nursery

Als die Kleine knapp zwei Jahre alt war, habe ich wieder angefangen, vier Tage zu arbeiten. In der Zeit hatten wir unser erstes Au-Pair und schnell war klar, dass sie nicht vier Tage full-time für die Kleine da sein kann. So haben wir uns auch für sie nach einer privaten Nursery für 2 Tage umgeschaut und lediglich eine gefunden, in der keine halben Tage angeboten wurden.

Und siehe da: Es gibt auch noch eine andere Art von Eingewöhnung in London! Diese Nursery hat sehr viel Wert auf Bedürfnisorientierung gelegt: Obwohl die Kleine nur 2 Tage die Woche dort hingehen würde, durfte sie in den ersten 2–3 Wochen öfter kommen, um die Verweildauer alleine bzw. zunächst mit Au Pair in Sichtweite, dann außerhalb der Sichtweite, sehr langsam auszudehnen. Fast die gesamte Eingewöhnung hat das damalige Au Pair gemacht, was es insgesamt auch etwas erleichtert hat, weil die Kleine natürlich nicht so sehr an ihr hing wie an mir.

Ich bin sehr froh darüber gewesen, mit der Kleinen – mehr zufällig – in einem Kindergarten mit richtigem „Eingewöhnungprogramm“ gelandet zu sein, weil sie nämlich von der Persönlichkeit her die deutlich schüchternere der beiden ist. Mit ihr hätte ein „sofortiges Abschieben“ nämlich nie geklappt!

Als sie dann im Juli 3 geworden ist, ist sie im folgenden September auch in den Schulkindergarten gekommen. Auch hier gab es im Vorfeld wieder den Besuch der Erzieher zu Hause. Obwohl es keine echte Eingewöhnung gab, hat das in dem Fall trotz ihrer anfänglich immer vorhandenen Schüchternheit erstaunlich gut geklappt (natürlich gab es aber auch mal Tränen beim Verabschieden).

Das Gute war, dass sie einige Kinder in ihrer Gruppe hatte, die die jüngeren Geschwister der Freunde meiner Großen sind. Und so kannte sie zumindest schon einige Kinder. Und die Kindergärtnerin war auch noch ein wesentlicher Faktor, wieso es recht reibungslos mit der nicht-vorhandenen Eingewöhnung im Schulkindergarten geklappt hat: Die ist einfach sowas von toll gewesen!

Mittlerweile sind beide in der richtigen Schule angekommen und gerade die Kleine muss sich noch ganz schön umstellen, weil es von den 3 Stunden Schoolnursery zu 6,5 Stunden „Vorschule“ ein ganz schön großer Schritt ist.

Im Nachhinein muss ich sagen, hat das alles in allem zumindest für uns sehr gut geklappt. Vor allem auch, weil beide bei ihren Eingewöhnungen zufällig genau das vorgefunden haben, was sie brauchten (ein großes Glück für uns).

Wer sich solch eine abrupte Eingewöhnung à la „ins kalte Wasser stoßen“ für seine Kinder nicht vorstellen kann, sollte das in UK in der jeweiligen Einrichtung frühzeitig ansprechen. Ich kann mir vorstellen, dass es dann auch eine etwas „verträglichere“ Art der Eingewöhnung gibt.

Wenn ihr speziellere Fragen zu Kindergärten in London habt, hüpft gerne mal auf meinem Blog vorbei und hinterlasst einen Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht. Ich freue mich immer, wenn ich helfen kann.

Eure Uta x

Wie der Name BerlOndon-Mama schon sagt, bloggt Uta über ihr Familienleben zwischen ihrer Heimat Berlin und ihrer Wahlheimat London. Wer ein bisschen interkulturelle Luft schnappen möchte, dem empfehle ich, mal bei Uta vorbeizuschauen. Dort gibt es neben Familien- und Auswanderungsgeschichten auch Tipps zum Englischlernen. Und das eine oder andere Bild, das Englandfans wie mir ein kleines „Hach, da wäre ich jetzt auch gerne!“ entlocken.

Herzlichen Dank, liebe Uta, für deinen tollen Beitrag zu #KigastartInternational.

Für alle weiteren Berichte zur Eingewöhnung aus aller Welt, bitte hier entlang.

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. „Hej und tja!“ aus Schweden, hier gibt es auch diese Spielgruppen, das nennt sich öppna förskola (geöffneter Kindergarten) und ist oft kirchlich getragen. Dann gibt es die privaten Kindergärten, so wie unseren Waldkindergarten, welcher eine Elternkooperative ist. Die Eingewöhnung war sehr bedürfnisorientiert, aber auch sehr lang irgendwie schwedisch lagom. Mein Kind hat nicht geweint, aber ich fast 🙂 .. es lag ja auch zur Weihnachtszeit und die krank Zeiten haben es extrem in die länge gezogen – zudem gab es interne umstrukturierungen vom Personal, was den Ablauf auch etwas gestört hat. Deswegen war ich sehr beeindruckt von dem beschriebenen Abgeben am selben Tag :O! Liebe Grüße und danke an Sandra für die tolle Idee 😀 Lovisa aus dem faluroten Schweden Waldhäuschen 😀

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