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Leben mit Kindern: Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes

Wenn Mama um eine halbe Stunde Ruhe bittet

20 Gründe, warum das Leben mit Kindern manchmal ziemlich bescheiden ist. Oder vielleicht doch nicht?

1. Samstagmorgen, halb 4: Das Kindergartenkind brabbelt im Bett neben dir im Traum vor sich hin und tritt dabei um sich, wodurch du selbst aus dem Schlaf hochschreckst. Dein Wecker klingelt zwar erst um 4 Uhr morgens, aber du fühlst dich auch jetzt schon erstaunlich wach und beschließt aufzustehen.

2. Du bist wie jeden Morgen, wenn alle noch schlafen, total im Flow, stellst einen neuen Blogartikel ein, hängst die Wäsche auf und frühstückst. Gerade überlegst du dir, welchen der vielen versprochenen Gastartikel du als Nächstes angehst, als du es trippeln hörst: Das Schulkind, das du sonst mit 7 verschiedenen Weckmethoden nicht wach bekommst, steht schon vor der Unter-der-Woche-Weckzeit in deinem Büro und will beschäftigt werden. Bye-bye, Gastartikel!

3. Du druckst ein Brownie-Rezept aus, weil für den Nachmittag Besuch erwartet wird, und erbittest dir noch eine Minute, bevor ihr gemeinsam in die Küche geht, weil du noch schnell ein paar wichtige Gedanken in den PC tippen willst.

„Mamaaaa, ist der Drucker eigentlich noch an?“

Du bist raus aus dem Gedanken, der gerade deine Gehirnwindungen hochschießen wollte.

„Nein!“, antwortest du geduldig und versuchst es erneut.

4. „Mamaaaaaa, hast du mir schon das Geld für die Schulfotos in den Ranzen getan?“

Nrrrrch. „Nein. Das machen wir später. Jetzt ist erst mal Wochenende. Mal doch noch kurz was!

5. „Mamaaaaa, da sind aber keine Stifte!“

Wieder einmal fragst du dich, warum dein Kind so unfassbar laut spricht, und zwar besonders dann, wenn einige Familienmitglieder noch schlafen.

Beitrag für die Blogparade von 2kindchaos #thereallebenmitkindern

So seh ich das.

6. Während im Kinderzimmer zahlreiche Geräusche von batteriebetriebenen Spielzeugen erschallen, von denen du dir geschworen hattest, dass sie dir eigentlich nie ins Haus kommen würden, willst du noch schnell etwas im Internet nachschauen. Geht aber nicht, denn die Kinder haben dir das Internet lahmgelegt.

Okay, eigentlich warst du es selber, aber mal ehrlich: Wenn du mitten im Wald lebst und wegen der Kinder kaum jemals alleine rauskommst, brauchst du wenigstens den Austausch mit deinen Freundinnen über WhatsApp (echte Telefonate hast du mit der Geburt deines ersten Kindes aufgegeben).

Manche WhatsApp-Gespräche finden allerdings kein Ende – und das ist ziemlich doof, wenn man kein DSL hat, sondern ein volumenbasiertes Internet über Satellit.

7. Du schaltest das Handy ab – im Funkloch und ohne Internet ist es eh nutzlos – und sehnst dich gleichzeitig nach übermorgen, denn da wird das Volumen wieder zurückgesetzt und du kannst wieder Mensch sein.

Am Rande nimmst du wahr, dass dein Kind eine Kiste mit Muscheln ausräumt.

8. „Maaaama, woher ist der Stachel aus dem Meer?“

„Keine Ahnung. Ich glaub, das ist einfach nur eine Muschel.“

„Ach so, ich dachte, es ist von einem Rochen.“

Kurz fragst du dich, wie das Zimmer aussehen wird, wenn du es endlich geschafft hast, deine 3 Sätze zu Ende zu schreiben.

9. Du denkst an die Freundin, die dich bewundert hat, weil du so viel gebacken kriegst, selbst wenn die Kinder im Haus sind, bis du ihr ein Bild geschickt hast, auf dem das Opfer für die halbstündige Ruhe zu sehen ist. Nicht so gut zu erkennen im Bild: Die Knetkrümel auf dem gesamten Wohnzimmerboden und die Filzstiftgemälde auf Sofa und Couchtisch.

Wenn Mama um eine halbe Stunde Ruhe bittet

Eine halbe Stunde Ruhe … so sieht es danach aus

10. Das Schulkind hat ungefähr 200 Bastelaugen gefunden und sie in diversen Muscheln verteilt. Du siehst schon sämtliche Augen auf dem Boden liegen, die dann wieder keiner aufräumen will.

11. Du hast es tatsächlich geschafft, deine Gedanken in zusammenhängenden Worten aufs virtuelle Papier zu bringen und willst gerade loslegen mit den Brownies, als der Hund sich meldet. Der sich gestern mal wieder in Scheiße gewälzt hat und dich, nachdem du das entdeckt hast, angesehen hat, als würdest du damit drohen, ihn auszusetzen. Dabei hast du ihn nur wortlos in die Dusche gestellt.

12. Nachdem du mit dem Hund vor der Tür warst und alleine die Brownies gebacken hast, weil dein Kind dir lieber Kinderlieder vorsingen wollte als mitzuhelfen, hörst du es schon wieder trippeln: Der Rest der Familie ist nun auch wach.

13. Nach dem Frühstück schließt du dich im Bad ein, um wenigstens 10 Minuten zum Duschen für dich zu haben.

Du stellst fest, dass die 10 Minuten ausreichend für deine Kinder waren, um 2 Zimmer komplett zu verwüsten. Also erinnerst du sie an den anstehenden Besuch und bittest sie darum aufzuräumen.

14. Obwohl die Kinder wissen, dass bei dir erst und wenn überhaupt ferngesehen wird, wenn nirgendwo mehr sogenanntes Kaaaaruss (= Chaos) herrscht, schaffen sie es, sich insgesamt 6,5 Stunden mit irgendwas alleine zu beschäftigen, nur nicht mit dem Aufräumen.

15. Nach insgesamt 7 Stunden ist doch tatsächlich ein Wunder geschehen: Die Kinder haben (mit Hilfe von Papa) vollständig aufgeräumt. Dankbar machst du ihnen den Fernseher an, um noch in Ruhe ein paar letzte Dinge erledigen zu können, ehe der erwartete Besuch eintrifft (der dankbarerweise ziemlich spät dran ist).

16. Gerade als der Saugroboter anfängt, die Vorarbeit zu leisten, klingelt es an der Tür. Nicht die Freunde, denkst du, und öffnest der älteren Dame in Begleitung zweier junger Frauen. Dir schwant Übles. Und tatsächlich: „Haben Sie schon einmal über den Tod nachgedacht, der uns alle irgendwann ereilen wird? Ich habe tröstliche Worte für Sie aus der Bibel!“, beginnt die alte Dame.

Du dankst dem Gott, an den du eigentlich gar nicht glaubst, für den anstehenden Besuch, der dir die ehrlichen Worte erlaubt: „Schön, dass Sie mich trösten möchten, nur leider bekomme ich in 10 Minuten Besuch und habe jetzt gerade so gar keine Zeit!“

17. Du hast die letzten Stunden genutzt, um im Schnelldurchlauf Bäder und Küche zu putzen, segnest im Geiste deinen Saugroboter, um anschließend die schlimmsten Zimmer in Lichtgeschwindigkeit durchzuwischen.

18. Du atmest tief durch, denn du hast es geschafft, rechtzeitig die Sahne für die Brownies aufzuschlagen, 2 verschiedene Avocadocremes, Grünkohlmuffins, einen Brotsalat und einen Auberginensalat vorzubereiten. Alles erledigt, denkst du, und überlegst, ob 16:30 Uhr eine angemessene Zeit für dein Mittagessen ist, denn bisher hattest du noch keine Minute, um auch nur an Mittagessen zu denken.

Vegane Snacks fürs Familientreffen

Schnell gezaubert

19. Du beschließt, noch schnell die Putzsachen wegzuräumen, als du im Gang vor dem Bad ein schokoladenstückähnliches Etwas findest, das du aus einem Impuls heraus aufhebst und dann daran riechst. Scheiße, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie kommt die denn da jetzt her?

Dein Mann mutmaßt, dass es der Hund war, der beim Fahrradfahren (also der Hund voraus- bzw. hinterherrennend, der Mann fahrend) wenig Zeit für sein Geschäft hatte – vermutlich hing einfach noch was an seinem Hintern. Du bedankst dich für die nette Information und beschließt, zum Runterkommen erst mal deine Übungen zu machen, für die du bisher auch noch keine Zeit hattest.

20. Der Hund pupst verdächtig und schaut dich besonders unschuldig an, als es an der Tür klingelt. Die Übungen hast du natürlich nicht geschafft, holst sie aber nach, während der Besuch da ist. Im Beisein des Besuchs. Der sich über solche Dinge zum Glück schon gar nicht mehr wundert.

Einige wunderschöne Stunden später ist die befreundete Familie wieder weg. Du stellst fest, dass du deine Kinder in der Zeit kaum gesehen, sondern nur immer wieder Kinderlachen aus dem Spielzimmer gehört hast (von gelegentlichen Mini-Tragödien und -Unfällen mal abgesehen).

Du schläfst neben deinen Kindern und dem Mann ein und lächelst bei der Erinnerung an die Freundin, die gerade da war. Ihre Worte sind dir noch immer unglaublich präsent: „Kinder sind Frieden …“ Genau so. Immer wieder. Trotz allem. 😉 💚

Blogparade #thereallebenmitkindern Beitrag Sandra Schindler

Blogparaden-Aufruf von Frida (2kindchaos)

Dieser Beitrag entstand für Fridas Blogparade über das wahre, ungeschminkte Leben mit Kindern. Mehr Beiträge gibts hier.

Von einer Katastrophe zur nächsten. Ein typischer Chaos- und Katastrophentag mit Kinden

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ach ja… Meine sind unterdessen 16 und 13. Aber ich kann mich an diese Lebenssituation noch so gut erinnern. Und ja, bei mir hat es auch so ausgesehen, wenn ich in Ruhe arbeiten wollte. Der Preis ist heiss… Köstlich geschrieben, witzig und unterhaltsam!

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