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Sich um die Facebook-Fan kümmern, geht auch über Handy

Wie du garantiert deine Fans vergraulst

Sich um die Facebook-Fan kümmern, geht auch über Handy

Als ich mit meiner Fanseite angefangen habe, war das eine ziemlich triste Angelegenheit. Keine Fans in Sicht.

„Geh doch mal in eine von den Like-for-Like-Gruppen“, riet mir eine Freundin. „Hat bei mir super funktioniert.“

Verzweiflung und Frust

Frust: Am Anfang ganz normal

Ich mag dich – du musst mich auch mögen, sonst gibts Ärger!

Ich also dort rein – und schon ging es los: Du stellst dich vor – und diejenigen, die deine Seite gut finden, schenken dir ein Like. Dafür gibst du dann ein Like zurück. Eine hehre Idee, aber die Umsetzung war nichts für mich. Plötzlich war ich Fan von Aktfotografen, Inkontinenzwarenherstellern und Fast-Food-Restaurants, auf deren Profilbildern sich ein totes Tier neben dem nächsten stapelte.

Spätestens da erkannte ich, dass ich in solchen Gruppen falsch bin. Sowas bringt nichts – zumal man bei den Sachen, die einen nicht interessieren, sowieso die Benachrichtigungen ausstellt. Also einmal geliked und nie mehr angesehen. Kann man sich also auch gleich sparen.

Verlass dich auf deine Freunde. Oder?

Da kam ein neuer Tipp: Animiere doch deine Freunde, deine Fanseite zu liken. Gesagt, getan. Nur: Die Leute kannten mich als Übersetzerin und Lektorin – und auf einmal kommt da ne Aufforderung, eine Autoren-Fanseite zu liken. Eine Seite, auf der kaum Inhalte zu sehen waren. Joah. Funktioniert mäßig.

Ich bin der Größte, schaut alle her!

Also schaute ich mich auf der Suche nach Vorbildern mal bei anderen um. Da gibts diejenigen, deren Fanseite so vor sich hindümpelt, weil sie nur alle paar Wochen oder Monate mal mit Inhalten gefüllt wird. Marketing bringt ja schließlich am Ende doch nichts, also warum Zeit dafür verschwenden?

Und dann gibts die Seiten, auf denen jeder noch so kleine Erfolg bejubelt wird. Oder es wird darauf hingewiesen, dass man das neuste Produkt jetzt nicht nur bei Tante Emma, sondern sogar bei Tante Olga kaufen kann. Blöd nur, wenn beide Läden für 90 % der Fans nicht um die Ecke sind – und die Tanten auch keinen Online-Shop haben.

Meine Zielgruppe, die bombardiere ich mal

Sich in Gruppen einzuklinken, in denen die Zielgruppe sitzt, ist an sich ne gute Idee. Aber neu in eine Gruppe zu kommen und erst mal ungefragt den Link zum neusten Blogbeitrag zu setzen, kommt nicht so gut. Ganz besonders deshalb, weil es in vielen Facebook-Gruppen dafür eigene Rubriken gibt. Blogbeiträge sind nur an bestimmten Tagen als Kommentar unter einem bestimmten Post erlaubt.

Na gut, dann such ich mir halt neue Freunde

Ich frag mich manchmal, wo irgendwelche Leute einen finden. Plötzlich kommt da eine Freundschaftsanfrage von einer Person, von der ich noch nie gehört habe. Oft nehme ich aus Neugier an, schließlich kann man ja nie wissen, ob die Person nicht was Spannendes mitzuteilen hat, das aber erst tun möchte, wenn man offiziell befreundet ist.

In 99 % der Fälle läuft es leider anders: Ich bekomme eine Freundschaftsanfrage, nehme sie an und erhalte gleich darauf – kostet ja schließlich nur einen Knopfdruck – eine Einladung, die Fanseite der Person zu liken. Was ich dann so daneben finde, dass ich die Person sofort wieder entfreunde.

Diskriminierung, nennt mein Verhalten ein Freund von mir. Ich sehe das anders. Mir ist meine Zeit zu kostbar. Ich möchte sie online und offline mit Menschen verbringen, die ich schätze und die Interesse an mir haben – und ich an ihnen. Ein Knopfdruck-Versuch, fast Unbekannte als Fans zu gewinnen, signalisiert aber kein Interesse, sondern mangelndes Social-Media-Verständnis.

Facebook auf dem Handy

Facebook: Ein guter, aber anfangs kein leichter Einstieg in die Social Media

5 Tipps, wie du echte Fans sammeln kannst

  1. Fang du an mit dem Liken. Und damit meine ich nicht blindes Liken von allen Fanseiten, die dir über den Weg laufen, sondern such dir die Seiten, die thematisch passen und auf denen du Beiträge findest, die dir wirklich gefallen. Interagiere mit diesen Seiten. Like, kommentiere oder teile. Wenn es passt, nutze dafür deine Fanseite – und nicht dein privates Profil.
  2. Poste regelmäßig. Überleg dir, wie oft du in der Woche posten kannst, ohne dass es dir zu viel wird. 1 x die Woche ist zu wenig. Ich würde sagen 3 x die Woche ist das Minimum. Ich poste meistens 5 x die Woche, und zwar an jedem Werktag. In seltenen, spannenden Fällen ausnahmsweise auch mal öfter.
  3. Biete Mehrwert. Ich sage nicht, dass du dich nie über einen Erfolg freuen solltest. Klar darfst du mal ne Amazon-Rezension oder eine besonders schöne Produktvorstellung posten. Aber eben nicht in Endlosschleife zu Selbstbeweihräucherungszwecken.

Was du beruflich machst, interessiert deine Fans. Solange du ihnen dabei immer etwas Neues erzählst. Interviews auf anderen Blogs zu geben, finde ich ganz nett, denn in jedem Interview steht doch hoffentlich etwas Neues über dich drin.

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass man die Posts dreiteilen soll: 1/3 Berufliches, 1/3 für die Zielgruppe Relevantes und 1/3 Privates.

Berufliches hatten wir schon. Für die Zielgruppe Relevantes ist ein weites Feld. Wenn deine Zielgruppe wie meine u. a. aus Müttern besteht, dann teile doch mal einen interessanten Blogbeitrag, der andere Eltern interessieren könnte. Oder du weist auf eine Spielzeugmesse hin, bei der du auch vor Ort sein wirst. Oder du stellst Fragen – wie gehen andere Eltern mit Spielplatzrowdies um, was machen andere Mütter am liebsten bei schlechtem Wetter oder ab wie viel Jahren geben andere Väter Taschengeld – und wie viel?

Ich stelle auch öfter mal Produkte vor, die ich zufällig finde und die mich begeistern. Ob das jetzt ein ökologischer Schulranzen ist oder ein neuer Brotaufstrich, den die Kinder verschlingen – oder ein Buch. Egal.

„Du stellst andere Bücher vor? Aber du schreibst doch selber???“ Solche Einwände höre ich öfter. Aber hey: Der Markt ist groß genug. Wer mit Kindern gerne liest, kauft ihnen nicht nur ein Buch, sondern gleich mehrere. Das eine schließt das andere nicht aus. In Kooperationen, nicht in Konkurrenz denken, ist die Devise.

Und zuletzt: Privates. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir laufen die privaten Posts immer am besten. Einer der bis heute beliebtesten Posts war der, in dem ich meine zum Logo passenden, frisch gekauften Erdbeerschuhe präsentiert habe.

Achtung: Privates nicht mit Persönlichem verwechseln. Ich würde nie Bilder meiner Kinder einstellen und auch nie öffentlich machen, wer mir gerade den letzten Nerv geraubt hat. Es geht hier lediglich um kleine, unverfängliche Einblicke ins Privatleben.

  1. Such dir deine Freunde genau aus. Blindes Freundesammeln ist sinnlos, denn wenn du etliche tausend Freunde hast, bekommst du das, was wirklich wichtig ist, bei dem riesigen Informationsangebot kaum noch mit. Wenn du mit weniger Menschen mehr interagierst, bringt dich das eher weiter. Und wenn sich diese Freunde für dich interessieren, werden sie ohnehin auf deiner Fanseite vorbeischauen und bei Gefallen Fans werden – sogar ohne dass du sie freundlich darum bittest.
  1. Mach deine Fanseite in deinem Privatprofil sichtbar. Wenn mir jemand auffällt, der sich oft und sinnvoll in eine Gruppe einbringt, dann schau ich gern mal aufs Privatprofil, um zu erfahren, was derjenige beruflich macht. Das ist die Chance, dass ich bei demjenigen auch auf der Fanseite vorbeischaue. Geht aber nur, wenn ich auch von der Seite weiß. Also schreib sie in deinen Steckbrief.

Aber Achtung: Sobald du deine Seite auch kommerziell nutzt und ab und an deine Fanseitenbeiträge auf dem Privatprofil teilst, brauchst du nicht nur ein Impressum auf der Fanseite, sondern auch auf deinem Privatprofil. Diese wichtige Info hab ich übrigens vor langer Zeit bei der empfehlenswerten Facebook-Challenge von Katrin Hill gelernt.

Bonus-Tipp: Am Ball bleiben und nicht gleich aufgeben, das ist das Allerwichtigste. Ich weiß nicht mehr viel von dem, was ich vor vielen Jahren gelernt habe, als ich im Marketing tätig war, aber eins ist hängen geblieben: Die Leute müssen immer wieder von dir lesen oder hören. Gerade wenn dich noch kaum jemand kennt, sind die Menschen erst mal misstrauisch – dir und deinen Produkten gegenüber. Erst wenn sie 7 x etwas von dir mitbekommen haben, werden sie ihre Neophobie überwinden und dein Produkt kaufen, obwohl sie sich von Anfang an dafür interessiert haben. Das, was sie hören, muss übrigens noch nicht mal alles positiv sein. Gerade wenn sie ein paar gute und ein paar schlechte Sachen aufgeschnappt haben, werden sie neugierig und kaufen, um zu schauen, ob sie sich den Fans oder den Skeptikern anschließen.

Viele Fans und erfolgreiches Netzwerken wünscht dir

Sandra

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