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Zwischen Stars und Sternchen auf der Buchmesse

Das erste Mal

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Aufenthalt auf der Frankfurter Buchmesse, damals mit der Schule. Bei Heyne saß Nicholas Sparks, neben ihm ragte ein Stapel Bücher fast bis zur Decke, vor ihm stand eine Schlange von Fans. „What’s your name?“, fragte er mich, als ich an der Reihe war. Kaum hatte er meinen Namen erfahren, kritzelte er „Dear Sandra, With love, Nicholas Sparks“ in eins der Bücher und schenkte es mir.

Selbst in der Verlagsbranche

Jahre später war ich wieder auf der Messe. Ich hoffte auf Übersetzungsaufträge. Zwar hatte ich einige nette Gespräche mit enthusiastischen Verlegern, machte mir große Hoffnungen, aber aus diesen Kontakten wurde nie ein Auftrag. Einige Jahre später der gleiche Versuch mit dem gleichen Ergebnis, als ich ins Lektorat gewechselt war.

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Letztes Jahr hatte ich gerade mein erstes Buch vollendet und marschierte selbst voller Enthusiasmus auf die Messe. Ich wollte einen Verlag finden. Tatsächlich zeigten sich einige Verlage interessiert, eine Verlegerin lud mich sogar zu einem kurzen Gespräch ein.

Nach der Messe habe ich nie wieder etwas von ihr gehört – nicht weiter verwunderlich, denn in meiner schriftlichen Bewerbung bot ich auch gleichzeitig meine Dienste als Lektorin an und demonstrierte ungefragt mein Können anhand ihrer Webseite. Grünschnabel Schindler hat sich mit dieser Tat mal wieder selbst übertroffen. Kein Wunder, dass das nichts wurde.

Heute bin ich allerdings froh darum, denn inzwischen hab ich für dieses erste Buch, den Milchvampir, den perfekten Verlag gefunden.

GrünerSinn-Verlag

Spannende Menschen treffen

Und auf der diesjährigen Messe hatte ich nun auch mal die Gelegenheit, einige aus dem Verlag live zu sehen. Hier im Bild seht ihr links PR- und Marketing-Frau Marie Guske, daneben die Verlegerin Karo Kelc (mit ihrem Kochbuchbestseller in der Hand). Etwas versteckt hinter mir steht Petra Busch, die die wunderbarsten Pressemitteilungen schreibt – und übrigens auch ganz tolle Krimis, weshalb sie sicher auch bald zu den Stars der Buchszene gehören wird.

So viele Menschen aus der Buchbranche kannte ich nur von Mails und/oder vom Telefon, jetzt konnte ich sie mir endlich dreidimensional vorstellen. Und sie alle sind genauso klasse, wie ich schon erwartet hatte.

Hier seht ihr noch die beiden Inhaber des Fischer-Nagel-Verlags. Vor Jahren hatte Frau Fischer-Nagel mich mal wegen Lektorat angesprochen. Das war damals schon so nett, dass mir diese Konversation in Erinnerung geblieben ist. Dieses Jahr war der Verlag mit den absolut hochwertigen Kindersachbüchern zum ersten Mal auf der Messe vertreten. Ich nutzte die Gelegenheit, um mal hallo zu sagen.

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Mit der Ausnahme eines längeren Aufenthalts bei PR-Fachfrau Damaris Siegle in Halle 4 (Beweisfoto unten), die ich von den MomPreneurs her kannte, verbrachte ich den Großteil des Tages in Halle 3.

damaris-siegle

Und das Essen?

Kulinarisch hatte ich erst so meine Zweifel. Schockiert musste ich feststellen, dass es im Skyline Plaza (wo ich zum Frühstück vor der Messe verabredet war) so gut wie nichts herzhaftes Veganes zu essen gab. (Übrigens noch ein Tipp an künftige Messebesucher: Parkt unbedingt auf dem Messegelände, sonst wird es teuer. Ich habe für den Tag in dem Einkaufszentrum 24 EUR bezahlt …)

Dementsprechend wenig erwartete ich mir von der Messe, aber: Vor Halle 4 gab es tatsächlich ein Restaurant, das mit vegetarischen und veganen Gerichten warb. Ich entschied mich gegen die türkische Pizza und für einen Falafelburger mit Süßkartoffelpommes. Zum Abendessen gabs von draußen was Chinesisches, wie ihr hier sehen könnt. War lecker. Und über den ökologischen Teller hab ich mich auch sehr gefreut.

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Nur Bücher in Sicht?

Ich weiß nicht, ob ich die Einzige bin, der das aufgefallen ist, aber ich hatte das Gefühl, dass die Non-Food-Artikel immer mehr zunahmen. Überall Kuscheltiere, Spielzeuge, Wundertüten, Küchenhelfer und sogar Kochshows (und damit meine ich nicht die von Kochbuchautoren, die es sicher auch gab). 20161020_152428_resized

Erstaunlicherweise hat mich die Büchervielfalt in diesem Jahr gar nicht erschlagen. Vielleicht hat da einfach ein Gewöhnungseffekt eingesetzt? Genau wie an die Büchermassen gewöhne ich mich offenbar auch an die Buchmessefreaks. Die sehen ihre Aufgabe wohl darin, offizielle Gespräche zu unterbrechen, um dann auf sich und ihre literarischen Kunstwerke hinzuweisen, die sie natürlich auch schon als Word-Ausdruck parat haben. Auch die gehören irgendwie dazu.

Abends: Geschlaucht

Wie jedes Jahr habe ich mich gewundert, wie man allein vom Bücheranschauen und vom Reden so schrecklich müde werden kann. Bei einem Treffen mit anderen Kinderbuchautoren aus der Schreibwelt um 16 Uhr hat nicht viel gefehlt und ich wäre eingeschlafen. Was übrigens überhaupt nicht an den Teilnehmerinnen des Treffens lag, sondern nur an mir.

Inzwischen liegt für mich der Hauptzweck der Messe wirklich im Netzwerken. Alle Suchen nach Jobs sind meines Erachtens auf der Messe fehl am Platz oder zumindest sehr schwierig.

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So ein Messetag ist unglaublich anstrengend, aber der Besuch hat sich für mich gelohnt, wie jedes Jahr, denn ganz besonders dort drängt sich uns netzwerkfreudigen Autorinnen eine wichtige Botschaft immer wieder auf: Du bist nicht allein! Den anderen geht es ganz genau so wie dir, sie verstehen dich.

Und die Berühmtheiten?

Ob ich Stars getroffen habe? Bestimmt, aber ich verfolge den ganzen Hype nicht, hätte sie also vermutlich nicht erkannt. Aber ich bin ziemlich sicher, dass ich mich mit einigen Stars von morgen unterhalten habe. In ein paar Jahren berichte ich euch dann rückblickend darüber.

Ich bedanke mich bei Jutta Wilke für den Hinweis darauf, als Bloggerin mit Presseausweis zur Buchmesse zu kommen, bei Susanne Kasper von „Clever Bloggen“ für die Details dazu – und bei der Messe selbst dafür, dass sie mit den Presseausweisen wirklich sehr großzügig umgeht.

Sehen wir uns nächstes Jahr in Frankfurt?

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sandra, toller Bericht, tolle Eindrücke, tolle Fotos. Und für das nächste Mal noch ein Hinweis : mit der Pressekarte kannst du völlig bequem und kostenlos im Messeparkhaus am Rebstockbad parken und wirst mit einem Shuttle binnen weniger Minuten direkt vor die Halle 3 gefahren.
    Liebe Grüße
    Jutta

    Antworten

    • Und wieder einmal herzlichen Dank für den hilfreichen Tipp, liebe Jutta. Ich hab mir sowas schon gedacht, aber ich war durch den Morgenverkehr schon viel zu spät dran für mein Frühstückstreffen und wollte meine Verabredung nicht noch länger warten lassen. Nächstes Jahr fahre ich früher los – und parke im Messeparkhaus. 😉

      Antworten

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