Suche
  • info(at)sandra-schindler-schreibt(dot)de
Suche Menü

10 Tipps zum Arbeiten mit kleinem Kind

Aus aktuellem Anlass heute etwas zum Thema „Arbeiten mit Baby – geht das?“

Arbeiten mit Kleinkind im Haus? Nicht ganz so leicht

Fakt ist: Man stellt sich das so schön einfach vor: Irgendwann kommt eben Nachwuchs und dann laufen das Kindererziehen und das Arbeiten fröhlich nebeneinander her. Die Realität sieht anders aus: Sind die Strapazen der Geburt und die Startschwierigkeiten beim Stillen erst einmal erfolgreich überwunden, geht es erst richtig los.

Urlaub mit Kindern

Wichtig: Auszeiten mit kleinen Kindern

10 Tipps zum Arbeiten mit kleinem Kind

1. Die rosarote Wolke genießen

Selbst wenn ihr vorher die größten Workaholics wart. Nach der Geburt eines Kindes interessiert euch die Außenwelt so was von gar nicht mehr. Wenn es sich nicht um das Kind dreht, dann ist es völlig egal – und merken könnt ihr euch sowieso nix, denn ihr lebt wie durch einen Nebel, der alles Wichtige vom Unwichtigen filtert – und glaubt mir, der Großteil dessen, was „draußen“ geschieht, kommt euch dermaßen unwichtig vor. Genießt die Anfangszeit.

2. Nicht durch bürokratische Stolpersteine entmutigen lassen

Das geht los mit Anmeldung des Kindes beim Standesamt, geht weiter mit Kontoeröffnung, Überprüfung der bestehenden Versicherungen (Stichwort Krankenversicherung fürs Kind, Haftpflicht und Risikolebensversicherung), Suche nach Kindergartenplatz, Beantragung von Kindergeld und geht weiter mit der Beantragung eines Reisepasses,   der Suche nach einem Kinderarzt und dem Rennen zu den ganzen U-Untersuchungen, das sich noch über die nächsten Jahre hinziehen wird. Aber das weitaus kompliziertere Thema ist sicher die Beantragung von Elterngeld, denn man fühlt sich, als würde man tagelang an die 1000 Zettel ausfüllen und hat dann doch noch was vergessen oder übersehen.

3. Nicht übernehmen

Der Körper weiß es eh besser: Man muss nicht alle Aufträge annehmen, die einem angeboten werden – manches lässt sich sehr gut an Kollegen/-innen weiterverteilen, die sich vielleicht unheimlich über Gratis-Neukunden freuen. Provisionen sind so ziemlich das Letzte, über das ihr euch in dem Moment Gedanken machen wollt. Außerdem könntet ihr Neukunden vielleicht sowieso nicht in dem Umfang bedienen, wie es angemessen wäre. Und was die Stammkunden angeht: Die sind ja hoffentlich vorab über eure Einschränkungen informiert worden. Das sollte man vielleicht auch erst mal so belassen. Wenn ihr euch einen Ruf gemacht habt, kommen die schon von ganz alleine und fragen nach, ob ihr wieder verfügbar seid. Und die, die nicht von selbst zurückkommen, könnt ihr immer noch freundlich kontaktieren, wenn ihr euch wieder in der Lage fühlt, mehr Aufträge anzunehmen.

4. Das Kind geht vor

Das Kind will immer beschäftigt sein – und das nimmt den Großteil des Tages ein, ob ihr wollt oder nicht. Sehr zu empfehlen dabei Tragen, denn wenn die Kinder eingespannt sind, sind sie beschäftigt, können zuschauen und lernen. Natürlich nicht so toll vor dem Bildschirm, denn wenn das Kind stupide zuschaut, wie die Eltern vor sich hintippen, ist das nicht besonders lehrreich. Da empfiehlt sich dann vielleicht eine Spracherkennungssoftware, dann kann man seine Gedanken bequem ins System einsprechen und dabei das Kind unterhalten.

5. Anrufbeantworter arbeiten lassen

Man muss nicht immer erreichbar sein, weder per Mail noch per Telefon. Dafür gibt es ja Anrufbeantworter. Besonders hinter unterdrückten Rufnummern könnten sich lästige Anrufer verbergen, die man vielleicht in dem Moment nicht haben möchte, also im Zweifelsfall: Nicht rangehen, abwarten und wenn es wichtig ist, kann man immer noch zurückrufen.

6. Prioritäten setzen

Ob man will oder nicht, man schafft definitiv nicht alles, was man sich vornimmt. Daher empfehle ich, mit Listen zu arbeiten. Dinge, die definitiv an einem bestimmten Tag erledigt werden müssen, in den Kalender schreiben. Alle Dinge, die bei Gelegenheit erledigt werden können, aber nicht brandeilig sind, auf eine Extraliste setzen und abarbeiten, wenn es die Situation zulässt. Apropos schreiben: Stilldemenz nicht unterschätzen, denn die kommt definitiv. Das Gehirn arbeitet im Siebmodus, daher: Alles aufschreiben, denn selbst wenn ihr denkt, dass ihr es euch merken könnt, weil ihr superzuverlässig und organisiert seid, ihr täuscht euch.

7. Netzwerken

Die Marketingaktivitäten schränkt man ganz automatisch ein, bzw. sie sind absolut nicht vorhanden, was auch gut so ist. Aber Aufträge und Neukunden lauern trotzdem überall. Vielleicht gibts ja im Rückbildungskurs eine argentinische Mutter, die organisatorische Dokumente für ihr Baby übersetzt haben muss?

8. Keine Eilaufträge

Auf keinen Fall würde ich Aufträge annehmen, die innerhalb von 24 Stunden abgewickelt werden müssen, denn man weiß nie, wann das Kind wieder einen Wachstumsschub hat, unter Blähungen leidet oder einfach nur schlechte Laune hat, die es Mama oder Papa unmöglich macht zu arbeiten.

9. Untypische Arbeitszeiten akzeptieren

Man muss dann arbeiten, wenn es das Kind zulässt. Morgens um 6, abends nach 9 oder am Wochenende zu arbeiten, mag in der Anfangszeit keine Seltenheit sein.

10. Spaziergänge als Antiwinterdepressionsmittel

Jeden Tag mindestens eine Stunde raus, auch wenn das Wetter nicht so prickelnd ist. Dabei kann man das Kind ja wunderbar tragen – und damit erübrigt sich dann auch die Gabe von Vitamin D, denn die Natur gibt davon schon genug ab, selbst in der nicht ganz so hellen Jahreszeit. Abgesehen davon ist es wissenschaftlich erwiesen, dass ein kurzer Spaziergang pro Tag Depressionen vorbeugt.

Eine schöne Zeit euch allen – und bis zum nächsten Mal … im neuen Jahr wohl etwas unregelmäßiger als bisher, aber ihr wisst ja: Die Familie geht vor. 🙂

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein toller Artikel, der absolut der Realität entspricht! Allerdings gilt dies wohl nur für frisch gebackene Mamas von nur einem Baby (was ja aber die Mehrheit darstellt 🙂 ).

    Mit Zwillingen wird man da vor ganz andere Herausforderungen gestellt 🙂 Interessant wäre vielleicht auch zu erfahren, wie es selbstständigen Mamas geht, die mehrere kleine Kinder haben.

    Mein größtes Problem ist und wird wohl die Konzentration sein. Als Übersetzer ist es ja mein höchstes Ziel qualitativ hochwertige Arbeit abzuliefern. Mit 2 kleinen Babys, die einen rund um die Uhr auf Trab halten, ist das leider nur eingeschränkt möglich.

    Ideal wären für mich als Wiedereinstieg also Aufträge ohne konkrete Deadline, aber auch die wollen erst einmal gefunden sein. Festgestellt habe ich jedoch, dass die meisten Kunden wirklich Verständnis für diese neue Situation haben und trotzdem zu einen späteren Zeitpunkt wieder auf meine Dienste als Übersetzer zurückgreifen wollen. Soweit die Theorie….

    Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass ich auf jeden Fall den Hut ziehe vor denen, die es schaffen und geschafft haben, Kinder und selbstständige Arbeit unter einen Hut zu bringen.

    Antworten

  2. Das ist doch mal ein wahres Wort und ich bin überglücklich was von dir zu hören. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es für Selbstständige noch mal eine Nummer härter ist als für Angestellte, welche nach der Elternzeit ganz entspannt ins Berufsleben zurückkehren können. Aber ich muss aus eigener Erfahrung sagen, wenn vor Kind die Arbeit ein sehr zentraler Punkt im Leben war, sieht es hinterher ganz anders aus. Auf einmal ist es nicht mehr das Wichtigste, dass auf Arbeit alles sofort erledigt ist, sondern dass das Kind versorgt ist und man noch so viel Zeit wie nur möglich mit ihm verbringen kann.

    Und da wir gerade beim Thema Kind sind, meines hat seinen Mittagsschlaf beendet und somit muss ich mich erst mal an dieser Stelle verabschieden.

    Antworten

  3. Hi,

    bitte entschuldigt meine späte Antwort. Viel los. 😉 Habe mich sehr über eure Beiträge gefreut. Klar, Kathleen, bei dir kann ich wirklich nur sagen Hut ab, denn ein Kleinkind ist schon anstrengend genug, aber gleich ein Doppelpack …
    Ja, Doreen, Selbstständige haben irgendwie öfter mal gelitten. In so allgemeinen Ratgebern finden die Sonderregelungen, die für sie gelten, oftmals noch nicht einmal Erwähnung.

    So, naja, wenn wir schon mal beim Thema Kinder sind, hier noch meine Top 10 für Schwangerschaft, Stillzeit und die Zeit nach der Geburt in alphabetischer Reihenfolge:

    1. Jean Liedloff: Auf der Suche nach dem verlorenen Glück
    2. Pam England, Rob Horowitz: Birthing from within
    3. Katja Kessler: Das Mami Buch
    4. Hannah Lothrop: Das Stillbuch
    5. Irmela Erckenbrecht: Das vegetarische Baby
    6. Jirina Prekop: Der kleine Tyrann
    7. Martin Hirte: Impfen Pro & Contra
    8. Frans X. Plooij, Hetty van de Rijt: Oje ich wachse!
    9. Manfred Albrecht: Schwangerschaft und Geburt
    10. David Chamberlain: Woran Babys sich erinnern

    Und hier noch ein Bonus, der damals bei der Auflistung vergessen wurde, für mich aber ganz besonders wichtig war:
    11. Michel Odent: Geburt und Stillen

    Antworten

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: